Anzeichen für den Geburtsbeginn

Ab wann ins Krankenhaus fahren?

Wenn Sie nicht gerade eine Hausgeburt geplant haben, stellt sich bei Ihnen wenige Tage vor der Geburt bestimmt ab und zu die Frage, ab wann Sie denn ins Krankenhaus müssen oder möchten.

Gerade beim ersten Kind spielt der Faktor Unsicherheit eine große Rolle. Hier lesen Sie nun über “unsichere” und “sichere” Anzeichen der bevorstehenden Geburt, wie Sie sich am besten verhalten und ab welchem Zeitpunkt Sie die Klinik aufsuchen sollten.

In 3 besonderen Fällen sollten Sie unbedingt sofort das Krankenhaus aufsuchen:

  • Sie haben eine vaginale Blutung, ähnlich einer Regelblutung
  • Sie haben einen Blasensprung, bei dem eine grünliche Flüssigkeit abgeht
  • Ihr Baby bewegt sich nicht oder kaum noch

Normaler Schwangerschaftsverlauf:

Baby Bauch Schwanger mit SchnullerBei einer normalen und problemlosen Schwangerschaft und insbesondere beim ersten Kind, kann man sich mit der Fahrt ins Krankenhaus ein wenig Zeit lassen. Durchschnittlich dauert es etwa 10-12 Stunden bis der Muttermund vollständig geöffnet ist und die echte Geburt ansteht. Da Sie zu Hause wesentlich besser entspannen können als im ungewohnten Ambiente eines Kreissaals, genießen Sie die Anfangszeit noch in gewohnter Atmosphäre.

Erst wenn die Wehen schmerzhaft in einem Abstand von etwa 5-7 Minuten kommen, lassen Sie sich ins Krankenhaus fahren. Sobald Sie im Krankenhaus ankommen, werden Sie von entsprechenden Mitarbeitern betreut und Sie und Ihr Baby werden durch einen Arzt oder die Hebamme dann untersucht. Falls Sie eine PDA zur Schmerzlinderung möchten, weisen Sie bitte gleich zu Beginn darauf hin.

Risikoschwangerschaft:

Bei einer Risikoschwangerschaft, einer Steißlage, einem früheren Kaiserschnitt oder einer Streptokokken-Infektion nehmen Sie am besten gleich zu Beginn der Wehentätigkeit Kontakt mit dem Krankenhaus auf und klären so ab, ab wann Sie in die Klinik kommen sollen.

Was sind “unsichere” Geburtsanzeichen?

Nicht jede Frau hat einen Bilderbuchwehenstart, den sie sofort richtig interpretieren kann. Manchmal sind die Signale des Körpers schwierig zu deuten.

Kreißsaal Schild bitte nicht stören

Hier zählen wir Ihnen einige Symptome auf, die sein können, aber bei weitem nicht sein müssen. Wie gesagt, jede Frau reagiert am Ende Ihrer Schwangerschaft anders auf die bevorstehende Geburt.

  • Körperliche Veränderungen wie bspw. Appetitlosigkeit, Heißhunger, Blähungen, Durchfall oder sogar Erbrechen
  • Wassereinlagerungen oder auch Gewichtsverlust, beides ist möglich
  • Druckgefühl in der Scheide
  • Verstärkter Ausfluss oder gar der Abgang des glasigen Schleimpfropfens (ca. 1 Teelöffel)

Diese Anzeichen können sowohl erst am Tag des Geburtsbeginns als auch bereits bis zu 3 Tage vor der Geburt auftreten.

Was sind “sichere” Anzeichen für den Beginn der Geburt?

  • Blasensprung, also der Abgang des Fruchtwassers:

In diesem Fall, wenn Sie eine normale Schwangerschaft hatten, das Fruchtwasser klar ist und Ihr Kind sich gut bewegt, dann haben Sie noch etwa 1-2 Stunden Zeit, bevor Sie das Krankenhaus aufssuchen sollten. Sind Sie dennoch unsicher, dann können Sie natürlich auch schon früher in die Klinik fahren. Ein Blasensprung zu Beginn der Geburt betrifft nur etwa 20% aller Frauen.

Treten diese im Abstand von 4-14 Minuten auf und dauern jeweils etwa 1 Minute an, dann hat die Geburt begonnen. Ganz grob kann man die Empfehlung ausssprechen, dass Sie sich dann in die Klinik begeben sollten, wenn die Wehen in regelmäßigen 5-Minuten-Abständen über etwa eine Stunde stattfinden oder zu dem Zeitpunkt, an dem Sie sich daheim einfach nicht mehr wohl fühlen.

  • Blutungen (sehr selten)

Vaginale Blutungen sind ein Zeichen für das Ablösen der Plazenta – bitte umgehend in die Klinik fahren, ein Kaiserschnitt ist wahrscheinlich erforderlich. Der Mutterkuchen nährt Ihr Kind und falls sich dieser löst, wird das Baby nicht mehr versorgt. Falls der Mutterkuchen zu einem Teil über dem Muttermund liegt (Plazenta praevia marginalis), kann ebenso eine Blutung auftreten, aber Ihr Kind ist dabei nicht gefährdet. Um jedoch Gewissheit zu haben, lassen Sie dies in jedem Fall im Krankenhaus abklären.